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Warum sind Wettbewerber-Kampagnen im B2B ein strategischer Gamechanger?

In unserer täglichen Arbeit mit B2B-Accounts beobachten wir ein Muster, das sich immer wiederholt: Kampagnen sind auf eigene Produkte ausgerichtet, generische Keywords werden bespielt, und die Struktur wirkt auf den erst…

Porträt von Floreal Rubio SerranoFloreal Rubio SerranoGeschäftsführer
Veröffentlicht am 8 Min. Lesezeit
Zwei abstrakte Schachfiguren mit überlappenden Auktionsbalken
Wer auf Wettbewerber bietet, spricht Entscheider genau im Vergleichsmoment an.

Warum lassen die meisten B2B-Unternehmen Wettbewerber-Keywords einfach liegen?

In unserer täglichen Arbeit mit B2B-Accounts beobachten wir ein Muster, das sich immer wiederholt: Kampagnen sind auf eigene Produkte ausgerichtet, generische Keywords werden bespielt, und die Struktur wirkt auf den ersten Blick durchdacht. Wettbewerber-Keywords tauchen dabei fast nie auf.

Das liegt selten an einer bewussten Entscheidung. Meistens wurden sie schlicht nie mitgedacht. Wer seinen Account von Grund auf selbst aufgebaut hat, orientiert sich an dem, was das eigene Unternehmen anbietet, und verliert dabei aus dem Blick, wie Entscheider in der Praxis eigentlich suchen.

Wenn wir in Gesprächen auf diesen Punkt zu sprechen kommen, hören wir oft die gleiche Annahme: zu wenig Klicks, zu geringe Suchvolumina, zu unklarer Effekt. Die Logik dahinter ist nachvollziehbar. Sie greift aber zu kurz.

Was dabei übersehen wird, ist der strategische Kontext, in dem diese Suchen stattfinden. Jemand, der nach einem konkreten Wettbewerber sucht, hat ein klares Interesse. Er befindet sich nicht mehr in einer frühen Orientierungsphase. Genau das macht diese Keywords so wertvoll, und genau das macht ihre Nichtnutzung zu einem echten Blindspot.

Wie suchen B2B-Entscheider eigentlich, wenn eine Kaufentscheidung näher rückt?

Wer im B2B einkauft, sucht selten offen nach einer neuen Lösung. Die Realität sieht meistens anders aus: Entscheider orientieren sich an Anbietern, die sie bereits kennen, die ihnen empfohlen wurden oder die ihnen in der Vergangenheit begegnet sind. Die Suche beginnt nicht bei einem Problem, sondern bei einem Namen.

Das bedeutet: Wenn ein potenzieller Kunde aktiv sucht, sucht er häufig nach einem Wettbewerber. Er will wissen, was genau dieser Anbieter anbietet, was er kostet, wie er sich positioniert. Er befindet sich mitten in einer Vergleichsphase, nicht in einer offenen Recherche.

Wer in diesem Moment nicht sichtbar ist, findet im Auswahlprozess nicht statt. Nicht weil das Angebot schlechter ist, sondern weil es schlicht nicht wahrgenommen wird. Entscheidungen fallen oft, bevor ein erstes Gespräch stattgefunden hat.

Das ist der Punkt, an dem viele B2B-Accounts eine strukturelle Lücke haben. Die eigenen Kampagnen laufen, der eigene Markenname wird geschützt, aber der Moment, in dem ein Entscheider aktiv vergleicht, wird komplett ignoriert.

Wettbewerber-Kampagnen sind kein Angriff, sondern die Entscheidung, im Vergleichsmoment überhaupt sichtbar zu sein.

Floreal Rubio Serrano, Geschäftsführer EUPHORIA
Marken
statt Lösungen: danach suchen B2B-Entscheider häufig zuerst
1
Anzeige im richtigen Moment kann eine ganze Recherche verschieben
0 €
kostet die Sichtbarkeit nicht — aber sie ist planbar steuerbar

Was steckt hinter Wettbewerber-Keywords und warum sind sie so wertvoll?

Wettbewerber-Keywords funktionieren nach einer anderen Logik als generische Suchbegriffe. Wer nach einem konkreten Anbieter sucht, hat bereits einen Filter angelegt. Er weiß ungefähr, was er sucht, und er ist bereit, sich konkret damit auseinanderzusetzen.

Das bedeutet in der Praxis: Die Person hinter dieser Suche befindet sich häufig in einer späten Phase des Entscheidungsprozesses. Optionen werden verglichen, Angebote eingeholt, interne Abstimmungen laufen. Genau in diesem Moment erscheint die eigene Marke.

Gemessen am Suchvolumen wirken diese Keywords oft unspektakulär. Gemessen an der Qualität der dahinterstehenden Absicht sind sie deutlich näher an einer tatsächlichen Anfrage als viele generische Begriffe mit hohem Volumen.

Unsere Erfahrung zeigt: Es geht hier nicht darum, möglichst viele Klicks zu generieren. Es geht darum, im richtigen Moment präsent zu sein. Und dieser Moment hat im B2B einen Wert, der in klassischen Klick-Metriken kaum abgebildet wird.

Warum ist die Klickrate bei Wettbewerber-Kampagnen die falsche Kennzahl?

Wenn wir Accounts analysieren, in denen Wettbewerber-Kampagnen bereits laufen, ist die Klickrate fast immer das erste, was kritisiert wird. Sie ist niedrig, oft deutlich niedriger als in anderen Kampagnen. Und das wird dann als Beweis dafür gewertet, dass der Ansatz nicht funktioniert.

Das ist ein Denkfehler. Eine niedrige Klickrate ist bei Wettbewerber-Kampagnen nicht das Problem, sie ist das erwartbare Ergebnis. Wer nach einem konkreten Anbieter sucht, hat eine Präferenz. Er wird nicht bei jeder Anzeige klicken. Das ist menschliches Verhalten, kein Kampagnenfehler.

Was trotzdem passiert: Die Anzeige wird gesehen. Der Name erscheint neben dem gesuchten Wettbewerber. Das erzeugt Sichtbarkeit genau in dem Moment, in dem verglichen wird. Dieser Effekt zeigt sich nicht im Klick, er zeigt sich im Entscheidungsprozess danach.

Impressionen in diesem Kontext haben einen anderen Wert als Impressionen bei breiten generischen Suchanfragen. Wer das versteht, bewertet Wettbewerber-Kampagnen nicht mehr über Klickrate, sondern über Präsenz zum richtigen Zeitpunkt.

Wie entsteht der strategische Verdrängungseffekt?

Wenn ein Entscheider nach einem Wettbewerber sucht und dabei die eigene Marke sieht, passiert etwas Einfaches aber Wirkungsvolles: Er nimmt wahr, dass es Alternativen gibt. Das klingt banal, hat in der Praxis aber eine echte Wirkung.

Viele Kaufentscheidungen im B2B laufen über interne Shortlists. Wer auf dieser Liste steht, hat eine reale Chance. Wer nicht draufsteht, hat sie nicht. Diese Listen entstehen nicht durch aktive Neurecherche, sondern durch das, was Entscheidern in der Vergleichsphase begegnet.

Wettbewerber-Kampagnen sind ein direkter Weg, auf diese Shortlists zu gelangen. Nicht durch aggressive Verdrängung, sondern durch einfache Sichtbarkeit im richtigen Kontext. Der Entscheider hat bereits Interesse gezeigt, und er sieht jetzt eine Alternative.

Dieser Effekt ist langfristig. Er baut sich über Impressionen und Kontaktpunkte auf, nicht über einzelne Klicks. Wer das konsequent betreibt, verändert die Wahrnehmung der eigenen Marke im Markt, bevor überhaupt ein erstes Gespräch stattgefunden hat.

Was passiert psychologisch, wenn eine Anzeige die bisherige Präferenz unterbricht?

Menschen tendieren dazu, bei Anbietern zu bleiben, die sie kennen. Bestehende Präferenzen sind stabil, besonders im B2B, wo Entscheidungen mit hohem Risiko verbunden sind und Vertrauen eine große Rolle spielt. Neue Anbieter haben es schwer, nicht weil sie schlechter sind, sondern weil sie unbekannt sind.

Genau hier setzt der psychologische Effekt von Wettbewerber-Kampagnen an. Eine gut platzierte Anzeige im Moment der aktiven Suche öffnet ein Entscheidungsfenster, das ohne sie geschlossen geblieben wäre. Sie bringt keine Überzeugung, aber sie erzeugt die Möglichkeit eines Vergleichs.

Bei komplexen Investitionen mit langen Entscheidungszyklen ist das besonders relevant. Wer eine bestehende Präferenz in Frage stellt, bevor der Prozess abgeschlossen ist, hat eine echte Chance. Wer erst nach der Entscheidung sichtbar wird, kommt zu spät.

Wir beobachten in der Praxis, dass dieser Effekt unterschätzt wird, weil er sich nicht direkt messen lässt. Er zeigt sich nicht im Conversion-Tracking. Er zeigt sich darin, dass Interessenten in Gesprächen von sich aus sagen, dass sie den Anbieter „bei ihrer Recherche auch gesehen" haben.

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Welche Fehler passieren bei Wettbewerber-Kampagnen immer wieder?

Der häufigste Fehler ist, sie gar nicht einzusetzen. Das klingt offensichtlich, trifft aber auf einen Großteil der B2B-Accounts zu, die wir analysieren. Der Grund ist fast immer derselbe: fehlende strategische Einordnung, nicht fehlendes Budget.

Der zweithäufigste Fehler ist die Bewertung über die falschen Metriken. Wer Wettbewerber-Kampagnen ausschließlich über Klickrate und direkte Conversions bewertet, wird sie früher oder später pausieren. Der Effekt dieser Kampagnen liegt nicht im direkten Klick, und wer das nicht einkalkuliert, zieht die falschen Schlüsse.

Dazu kommt oft eine zu breite oder unscharfe Keyword-Auswahl. Nicht jeder Wettbewerber ist gleich relevant, und nicht jede Kombination aus Wettbewerber-Name und allgemeinem Begriff liefert sinnvolle Signale. Präzision ist auch hier entscheidend.

Was wir außerdem regelmäßig sehen: die Erwartung kurzfristiger Performance. Wettbewerber-Kampagnen bauen Markenpräsenz auf. Das ist eine langfristige Logik. Wer nach zwei Wochen Ergebnisse erwartet, die sich mit direkten Response-Kampagnen vergleichen lassen, wird enttäuscht sein, und das liegt am falschen Maßstab, nicht am Kanal.

Wie bewertet man Kosten und Nutzen bei Wettbewerber-Kampagnen realistisch?

Klickkosten sind bei Wettbewerber-Kampagnen nicht der zentrale Faktor. Natürlich spielen sie eine Rolle, aber wer die Entscheidung für oder gegen diese Kampagnen rein über den Cost per Click trifft, bewertet den falschen Hebel.

Der eigentliche Wert entsteht durch Sichtbarkeit zum richtigen Zeitpunkt. Eine Impression bei einem Entscheider, der gerade aktiv vergleicht, ist wertvoller als viele Impressionen in einem breiten Awareness-Kontext. Diese Qualität lässt sich nicht direkt in Zahlen fassen, sie ist aber real.

Ein hilfreicher Vergleich: Was kostet es, durch andere Maßnahmen in einer aktiven Vergleichsphase präsent zu sein? Messen auf einer Fachmesse, ein Artikel in einem Branchenmagazin, Sponsoring eines Events. All das erzeugt Markenpräsenz ohne direkten Conversion-Nachweis. Wettbewerber-Kampagnen tun dasselbe, aber gezielter und messbarer.

Unsere Erfahrung zeigt außerdem, dass auch kleine Budgets hier bereits strategische Wirkung entfalten können. Es braucht kein enormes Investment, um in den relevanten Suchen sichtbar zu sein. Es braucht ein klares Ziel und die richtige Einordnung im Gesamtmix.

Wann machen Wettbewerber-Kampagnen besonders viel Sinn?

Es gibt Marktsituationen, in denen dieser Ansatz besonders viel Wirkung entfaltet. Märkte mit wenigen klar erkennbaren Anbietern sind ein gutes Beispiel. Wenn Entscheider drei oder vier Namen kennen, zwischen denen sie abwägen, ist der Wert von Sichtbarkeit in genau diesem Kontext offensichtlich.

Auch hohe Auftragswerte und lange Entscheidungsprozesse sprechen für Wettbewerber-Kampagnen. Je größer die Investition, desto sorgfältiger wird verglichen. Wer in dieser Phase mehrfach sichtbar ist, hat einen echten Vorteil.

Starke Markenbindung im Markt ist ein weiterer Indikator. Wenn ein Wettbewerber eine sehr dominante Stellung hat und viele Suchen auf seinen Namen entfallen, ist genau das eine Chance. Diese Suchen sind qualifiziert, sie finden statt, und wer dabei nicht erscheint, überlässt das Feld kampflos.

Gleiches gilt für Märkte mit geringer generischer Nachfrage. Wenn klassische Kampagnen auf generische Keywords schlicht nicht genug Volumen liefern, können Wettbewerber-Keywords eine sinnvolle Ergänzung sein, um überhaupt in der aktiven Vergleichsphase vertreten zu sein.

Fazit

Entscheider im B2B suchen selten nach neuen Lösungen. Sie vergleichen. Sie orientieren sich an bekannten Anbietern, holen Angebote ein und treffen Entscheidungen auf Basis dessen, was sie in ihrer Recherchephase wahrgenommen haben.

Wettbewerber-Kampagnen setzen genau an diesem Punkt an. Nicht mit Masse, sondern mit Präsenz im richtigen Moment. Wer bei diesen Suchen sichtbar ist, gehört zum Vergleich. Wer es nicht ist, findet im Auswahlprozess oft gar nicht statt.

Die Wirkung zeigt sich nicht in der Klickrate. Sie zeigt sich in Shortlists, in Gesprächen, in dem Moment, in dem ein Entscheider sagt, er habe verschiedene Optionen geprüft. Dieser Effekt ist real, auch wenn er sich nicht direkt im Conversion-Tracking abbildet.

In vielen B2B-Accounts bleibt dieser Hebel ungenutzt, weil die Wirkung nicht in klassischen Metriken sichtbar wird. Wer das versteht, gewinnt Sichtbarkeit dort, wo Entscheidungen tatsächlich fallen.

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Häufige Fragen zu diesem Thema

Darf man überhaupt auf Markennamen von Wettbewerbern bieten?
Ja, grundsätzlich ist das in den meisten Märkten erlaubt. Google gestattet das Bieten auf fremde Markenbegriffe als Keywords. Was nicht erlaubt ist, ist die Verwendung dieser Markennamen im Anzeigentext selbst. Die Anzeige darf erscheinen, wenn nach einem Wettbewerber gesucht wird, darf den geschützten Namen aber nicht direkt nennen. In der Praxis bedeutet das: klare eigene Positionierung in der Anzeige, ohne den Wettbewerber explizit zu adressieren.
Was ist eine realistische Erwartung an die Klickrate bei Competitor Campaigns?
Deutlich niedrigere Klickraten als bei generischen oder eigenen Markenkampagnen. Das ist normal und kein Zeichen für eine schlecht aufgesetzte Kampagne. Wer nach einem bekannten Anbieter sucht, hat eine Präferenz und wird nicht automatisch auf jede Alternative klicken. Der Wert liegt in der Impression, nicht im Klick. Wer diese Kampagnen ausschließlich über Klickrate bewertet, wird sie früher oder später zu Unrecht pausieren.
Wie wähle ich die richtigen Wettbewerber für meine Kampagne aus?
Nicht jeder Wettbewerber ist gleich relevant. Entscheidend ist, welche Anbieter von der eigenen Zielgruppe tatsächlich als Alternativen wahrgenommen werden. Das sind oft nicht die größten Anbieter im Markt, sondern die, mit denen man in Ausschreibungen und Angebotsprozessen am häufigsten verglichen wird. Ein guter Ausgangspunkt ist das eigene Vertriebsteam, das weiß in der Regel sehr genau, welche Namen in Gesprächen immer wieder auftauchen.
Ab welchem Budget lohnt sich eine Wettbewerber-Kampagne im B2B?
Wettbewerber-Kampagnen brauchen kein großes Budget. Da das Suchvolumen in vielen B2B-Märkten begrenzt ist, reichen oft kleine Beträge aus, um in den relevanten Suchen präsent zu sein. Entscheidender als die Budgethöhe ist die strategische Einordnung: Wettbewerber-Kampagnen sind keine Standalone-Maßnahme, sondern ein ergänzender Baustein im Gesamtmix.
Wie messe ich, ob eine Wettbewerber-Kampagne wirklich etwas bringt?
Direkte Conversions sind selten der richtige Maßstab. Sinnvoller ist es, auf Assisted Conversions zu schauen, also auf Fälle, in denen ein Wettbewerber-Touchpoint Teil der Customer Journey war, auch wenn der letzte Klick woanders stattfand. Ergänzend hilft eine qualitative Betrachtung: Werden bestimmte Wettbewerber in Erstgesprächen häufiger als Vergleich genannt? Hat sich die Anfragequantität aus Märkten verändert, in denen die Kampagne läuft? Diese Signale sind weniger präzise, aber deutlich aussagekräftiger als die Klickrate allein.

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