Google Ads

Google Ads ändert ab Februar 2027, wie viel Suchbudget in Bannerwerbung fließt

Seit dem 15. Oktober 2026 schaltet Google in Google Ads die neue Kanalpriorisierung frei. Damit legen Sie fest, welche Kanäle Ihr Budget zuerst bekommen und wie viel höchstens in Nebenkanäle fließt, etwa in Bannerwerbung auf fremden Websites, das sogenannte Displaynetzwerk. Der Haken: Ab Februar 2027 stellt Google alle Suchkampagnen mit aktivem Displaynetzwerk automatisch um, und eine bisher stille Budgetgrenze fällt weg.

Porträt von Floreal Rubio SerranoFloreal Rubio SerranoGeschäftsführer
Veröffentlicht am 3 Min. Lesezeit
Illustration zur Google-Ads-Kanalpriorisierung: Suchbudget gezielt zwischen Suche und Bannerwerbung verteilen.

Was sich geändert hat

Google hat die Kanalpriorisierung am 14. Oktober 2026 im Google Ads Blog angekündigt. Pro Kanal wählen Sie „hohe" oder „niedrige" Priorität. Kanäle mit hoher Priorität werden zuerst bedient, niedrig priorisierte bekommen den Rest und auf Wunsch eine Obergrenze in Prozent des Tagesbudgets. Google nennt sie ausdrücklich „best effort", eine harte Garantie ist sie nicht.

Die eigentliche Nachricht steht in der aktualisierten Hilfeseite zur Display-Erweiterung: Bisher hat Google bei Suchkampagnen mit aktivem Displaynetzwerk im Hintergrund maximal die Hälfte des Budgets für Banner verwendet. Ab Februar 2027 ersetzt die neue Logik diese Regel, alle Kanäle starten mit hoher Priorität, und die Ausgaben können sich laut Google verschieben.

Google Ads: Kanalpriorisierung in den Kontoeinstellungen für Suchkampagnen

Warum das für Industrie und Mittelstand wichtig ist

Viele Suchkampagnen im B2B haben das Displaynetzwerk aktiv, ohne dass es je jemand bewusst entschieden hat, weil der Haken beim Anlegen vorausgewählt ist. Bisher hat die unsichtbare 50-Prozent-Grenze den Schaden begrenzt, ab Februar fällt dieser Puffer weg.

Ein Klick auf ein Banner ist billig, aber selten wertvoll. Wer nach „Blindniet Edelstahl Hersteller" sucht, hat ein Projekt. Wer auf einer Nachrichtenseite ein Banner anklickt, meistens nicht. Fließt mehr Budget dorthin, zeigt das Reporting mehr Klicks zu niedrigeren Preisen, die echten Anfragen werden trotzdem weniger. Das fällt oft erst im Quartalsbericht auf.

So gehen Sie vor

  1. Fragen Sie Ihr Team oder Ihre Agentur, in welchen Suchkampagnen das Displaynetzwerk aktiv ist. Die Antwort sollte eine Liste sein, kein „ich glaube, nirgends".
  2. Lassen Sie sich zeigen, wie viel Budget und wie viele Anfragen in den letzten zwölf Monaten aus dem Displaynetzwerk kamen. Google Ads weist das getrennt aus.
  3. Entscheiden Sie pro Kampagne: Banner ganz raus, oder bewusst mit niedriger Priorität und Prozentgrenze weiterlaufen lassen. Im B2B ist „raus" meistens richtig, Remarketing gehört in eine eigene Kampagne.
  4. Setzen Sie sich einen Termin im Januar 2027. Google schaltet im Februar selbst um, nicht Sie.

Was ich sonst noch empfehle

Ich finde die neue Einstellung gut, und das sage ich selten über Google-Ads-Updates. Was mich stört: Eine Budgetregel, die jahrelang im Verborgenen galt, wird erst beim Abschalten erklärt. Und der neue Standard „hohe Priorität für alles" nützt Googles Reichweite, nicht Ihrer Anfragequalität.

Laufen Ihre Kampagnen mit Zielkosten pro Anfrage und ohne Budgetlimit, ändert die Priorisierung allein laut Google wenig. Die Prozentgrenze wirkt trotzdem, und genau die würde ich setzen. Wie Smart Bidding bei wenigen Anfragen steuert, habe ich hier beschrieben. Das Muster „Google schaltet ein, Sie müssen ausschalten" kennen Sie von den automatischen Angeboten und seit dieser Woche von ChatGPT Ads. Ich prüfe mit unseren Kunden deshalb quartalsweise alle Standardeinstellungen. Wie wir Google Ads im B2B aufsetzen, steht auf unserer Seite zu Google Ads & Paid Media.

Mein Rat: Warten Sie nicht auf Februar. Lassen Sie sich diese Woche die Liste der betroffenen Suchkampagnen geben und entscheiden Sie pro Kampagne. Das dauert eine Stunde und schützt Ihr Suchbudget für das nächste Jahr. Wenn Sie nicht sicher sind, was in Ihrem Konto aktiv ist, schauen wir in einem kostenlosen 30-minütigen Gespräch gemeinsam hinein.

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Häufige Fragen zu diesem Thema

Muss ich jetzt sofort etwas tun?
Nicht sofort, aber vor Februar 2027. Wer bis dahin pro Kampagne entschieden hat, muss später nichts reparieren.
Kostet mich die Umstellung etwas?
Die Einstellung ist kostenlos. Teuer wird es nur, wenn niemand hinschaut und ab Februar mehr Suchbudget in Banner fließt, die im B2B selten Anfragen bringen.
Betrifft uns das, wenn unsere Agentur die Kampagnen führt?
Ja, die Umstellung passiert im Konto, egal wer es betreut. Fragen Sie Ihre Agentur, welche Kampagnen betroffen sind und was sie bis Januar vorhat.

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